Frühe Führung zum Trotz: Kämpferische Eisbären müssen sich Eintracht Trier geschlagen geben

Die Eisbachtaler Sportfreunde überwintern als Tabellenletzter der Fußball Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar – das ist die bittere Erkenntnis nach dem letzten Heimspiel 2019 für die Westerwälder. Zuhause unterlagen die Eisbären Ex-Zweitligist Eintracht Trier deutlich zu hoch mit 1:4 (1:2).

Die Eisbachtaler den besseren Start und gingen präsenter in die Begegnung – mit Erfolg: Altin Vrella bestrafte die Trierer Anfangspomadigkeit nach einer Meuer Ecke prompt per Kopf zum 1:0 (6.). Schon zuvor hatten die Eisbären beste Gelegenheiten zur Führung, doch Tautz scheiterte zunächst in Eintracht-Keeper Denis Wieszolek (3.), ehe wenig später Robin Stahlhofen in der Schussbahn von SFE-Kapitän Andreas Hundhammer ein sicheres Tor vereitelte (4.).

Allen Grund zum Jublen hatten die Eisbären nach sechs Minuten: Altin Vrella (2. von links) hatte am langen Pfosten per Kopf eine Ecke von Steffen Meuer (links) verwandelt.

Nach dem frühen Führungstor erwachte der Tabellendritte aus Trier aus der Tiefschlafphase. Das Team aus der ältesten Stadt Deutschland schaffte es trotzt deutlich mehr Ballbesitz allerdings nicht, zwingende Tormöglichkeiten zu kreieren. Lukas Reitz hätte vielmehr für seine Farben sogar noch erhöhen können, denn seine Flanke segelte nur um Zentimeter am langen Torpfosten vorbei (27.).

Wie es besser geht bewies dann die Trierer Eintracht, die binnen 120 Sekunden die Partie auf den Kopf stellte: Zunächst zirkelte Ömer Kahyaoglu fast von der Torauslinie den Ball in den langen Torwinkel des Eisbachtaler Gehäuses (37.), ehe Kevin Heinz mit einem Sonntagsschuss aus rund 16 Metern den Ball an seinem verdutzten Namensvetter Johann im Tor der Sportfreunde vorbei in den Winkel setzte (39.). Bitter für die Eisbären: Vor dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer hatte Schiedsrichter Sascha Fischer in der Entstehung ein klares Foulspiel an Robin Stahlhofen nicht gesehen. Vor der Pause hätten die Westerwälder ihrerseits allerdings noch den Ausgleich erzielen können, doch Julius Duchscherers Schuss ging knapp unten rechts am Trierer Gehäuse vorbei (41.).

Julius Duschscherer hat in dieser Szene gegen Eintracht Triers Felix Fischer zwar die Nase vorne, doch am Ende setzten sich die Moselstädter mit 4:1 in Nentershausen durch.

Duchscherer stand dann auch unmittelbar nach der Pause im Fokus, als er kurz vor der Strafraumlinie gerade abziehen wollte und dabei von Triers Jason Thayaparan augenscheinlich am Fuß getroffen wurde (54.). Der Pfiff von Fischer blieb aus. Der Unparteiische hatte aus Sicht der Sportfreunde generell in mehreren Situationen kein glückliches Händchen in Sachen Zweikampfbewertung.

Die Eintracht hatte auch in Abschnitt zwei die größeren Spielanteile, doch wirklich zwingende Torchancen waren hüben wie drüben Mangelware. Nach 60 Minuten waren die Eisbären allerdings im Glück: Ömer Kahyaoglu scheiterte freistehend an Johann Heinz. Auf der Gegenseite bot sich auch Eintracht-Zerberus Denis Wieszolek die Gelegenheit sich auszuzeichnen: Bei einem Konterabschluss von Lukas Reitz bekamt der Trierer Schlussmann die Fäuste schnell genug nach oben (64.).

Die Entscheidungen von Schiedsrichter Sascha Fischer sorgten nicht immer für Verständnis im Eisbachtaler Lager.

Die Eisbären mühten sich in der Folge zwar und hatten auch durch David Quandels Drehschuss die Chance auf einen weiteren Treffer (75.), doch Effektivität war an diesem Tag vor allen Dingen die Stärke der Gäste: Mit zwei blitzsauberen Treffern von Edis Sinanovic (69.) und Jan Brandscheid (90.) nach Kontern, nahmen die Moselstädter die drei Punkte unter dem Jubel der rund 100 mitgereisten und bestens von einem großen Polizeiaufgebot bewachten Eintracht-Fans mit nach Hause.

„Wir haben verdient das 3:1 und 4:1 am Ende gemacht. Wir mussten aber auch noch einige kritische Momente überstehen“, fand Triers Trainer Josef Cinar, der voll des Lobes für die Eisbären-Elf war. „Die reifere Mannschaft hat hier gewonnen. Mir gefällt aber die Einstellung, die wir in den letzten Spielen wieder an den Tag gelegt haben. Wir müssen uns nur mehr belohnen“, sagte Marco Reifenscheidt, der sich kampflustig gab: „Wer uns jetzt schon abschreibt, der wird sein blaues Wunder erleben.“

Dutzende Trierer begleiteten ihre Mannschaft zum Auswärtsspiel in den Westerwald.

Statistik

SF Eisbachtal: Heinz, Julian Hannappel, Vrella, Kleinmann (74. Jost), Hundhammer, Jonas Hannappel, Tautz, Duchscherer, Stahlhofen (67. Quandel), Reitz, Meuer
Eintracht Trier: Wieszolek, Kling, Maurer, Brodersen Salvador, Heinz, Sinanovic, Kahyaoglu, Amberg (66. Fischer), Thayaparan, Salem (76. Brandscheid), Garnier (88. Baldé)
SR: Sascha Fischer (Hauptstuhl)
Zuschauer: 300
Tore: 1:0 Altin Vrella (6.), 1:1 Ömer Kahyaoglu (37.), 1:2 Kevin Heinz (39.), 1:3 Edis Sinanovic (69.), 1:4 Jan Brandscheid (90.)

Die Stimmen der Trainer zum Spiel

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